Projektbeschreibung

Effektivität sekundärpräventiver Maßnahmen

Auswirkungen von Pill-Testing-Programmen auf das Konsumverhalten und das Risikobewusstsein von Gebrauchern synthetischer Drogen (Ecstasy)

(von der Europäischen Kommission gefördertes Projekt )



An dem Projekt nahmen 3 Großstädte (Amsterdam, Hannover und Wien) aus 3 EU-Mitglieds-Staaten teil (D, A, NL). In den drei kooperierenden Städten werden schon seit längerem von lokalen Präventions- und Beratungseinrichtungen verschiedene Test-Settings für synthetische Drogen praktiziert. Das empirisch ausgerichtete Projekt ist das erste seiner Art auf internationaler Ebene und besitzt aufgrund seiner spezifischen Voraussetzungen in den drei Städten einzigartigen Charakter. Das Projekt wurde vom 1. Oktober 2001 an von der EU-Kommission (Generaldirektion Gesundheit und Verbraucherschutz) gefördert und konnte am 15. Januar 2003 erfolgreich zum Abschluss gebracht werden..

Projektpartner

Das Amsterdamer Jellinek-Institut (Abt. Prävention) ist Teil des niederländischen DIMS-Systems (Drug Information Monitoring System), welches die Labor-Analyse eingelieferter Tabletten-Proben ermöglicht. Das Wiener „Check-it“-Projekt bietet seit 1997 die Möglichkeit an, synthetische Drogen analysieren zu lassen und benutzt dazu einen Flüssig-Chromatographen, der quantifizierende und qualitative Analysen erlaubt. Die Hannoveraner Drogenberatungsstelle (Drobs) arbeitet seit 1995 mit einem mobilen Drogenbus auf Raves, in dem Interessierte auch ihre Ecstasy-Tabletten in einem Schnelltest-Verfahren, das auf dem holländischen System basiert, identifizieren lassen können.

Das Kriminologische Institut der Universität Amsterdam (Dr. Dirk Korf) führte die wissenschaftliche Begleitung des Projektes durch. Die Projektleitung und -koordination wurde von der Niedersächsischen Landesstelle gegen die Suchtgefahren wahrgenommen (Dr. Manfred Rabes).


Ziele

Ziel des Projektes war die empirische Untersuchung der Auswirkungen von Pill-Testing-Programmen auf das Konsumverhalten und das Risikobewusstsein der Gebraucher synthetischer Drogen (Ecstasy). Untersucht wurden im einzelnen folgende Leitfragen:

· Führt die Inanspruchnahme von Testangeboten zu veränderten Konsummustern (Risikozuwachs oder Risikominimierung beim Gebrauch?)

· Welche Vor- und Nachteile weisen die verschiedenen Testverfahren in den drei beteiligten Städten auf?

· Welche Konsequenzen sind aus der Untersuchung für zukünftige Präventions- und Beratungs- sowie Hilfeangebote zu ziehen?

Befragt wurden knapp 800 Probanden als Gesamtpopulation. In die Auswertung gelangten ca. 700 in sich konsistente Fragebögen. Die Gesamtpopulation besteht aus 3 Teilpopulationen, die sich aus Konsumierenden (Tester und Nicht-Tester) und Nichtkonsumierenden zusammensetzt.

Eine Fachtagung zur Präsentation der Ergebnisse der Studie ist im Mai 2003 in Hannover von der NLS im Rahmen ihrer Jahrestagung unter Beteiligung aller Projektpartner durchgeführt worden.

Ergebnisbericht

Der hier in Auszügen veröffentlichte Ergebnisbericht des Projektes ist zweisprachig (Deutsch/Englisch) in Buchform erschienen und kann in wenigen Rest-Exemplaren gegen Erstattung der Porto- und Versandkosten (3,- €) bei der NLS bezogen werden.

Darüber hinaus ist das Buch zum Preise von 21,50 € in Amsterdam vom Buchhändler unter folgender Adresse zu beziehen: www.rozenbergps.com



Kontakt:

Dr. Manfred RABES
Niedersächsische Landesstelle Suchtgefahren (NLS)
Podbielskistr. 162, D-30177 Hannover
Tel.: ++49 511 62 62 66 0 Fax: ++49 511 62 62 66 22
E-mail: rabes@nls-suchtgefahren.de